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... Also saß er kurze Zeit später wieder auf
seinem Felsen und schaute verträumt auf das weite, offene Meer hinaus.
Es war heute sehr stürmisch, der Wind blies ihm mächtig ins
Gesicht, und er hatte große Mühe, still sitzen zu bleiben.
Auch das Nachdenken wollte nicht so richtig klappen. Immer wieder musste
er seine ganze Kraft aufbringen, um nicht davon geweht zu werden.
Plötzlich bemerkte Flecki-Langohr, dass seine großen, langen
Ohren wie die Flügel eines großes Vogels waagerecht ausgebreitet
in der Luft schwebten. Er versuchte, sie wieder herunterzunehmen, aber
es gelang ihm nicht. Im nächsten Augenblick erfasste ihn ein starker
Windstoß und hob ihn in die Luft. Schnell gewann er an Höhe
und konnte wie ein Vogel seinen kleinen Felsen von oben sehen. Flecki-Langohr
bekam schreckliche Angst. Er schrie um Hilfe, aber wer sollte ihn denn
hier hören? Der Wind war viel zu stark und blies seine verzweifelten
Hilferufe einfach davon.
Ich will nicht davon geweht werden, dachte er und versuchte mit aller
Kraft, die er aufbringen konnte, seine großen Ohren wie ein Vogel
auf- und abzuschwingen. Gleichzeitig setzte er seinen buschigen Schwanz
als Ruder für die Richtungsänderung ein. Plötzlich merkte
er, dass es wieder nach unten ging. Im freien Fall, aus geringer Höhe,
schlug er auf dem Felsen auf. Völlig außer Atem und mächtig
verwirrt lag er eine ganze Weile regungslos auf dem Boden. Langsam beruhigte
er sich und versuchte, auf die Beine zu kommen. Das gelang ihm auch. Erst
jetzt bemerkte er, dass seine rechte Vorderpfote stark schmerzte und ein
wenig blutete. Noch immer hatte Flecki- Langohr nicht begriffen, was mit
ihm geschehen war. Die große Angst, noch einmal vom Wind davon geblasen
zu werden, packte ihn, und er verließ, so schnell es ging, auf drei
Beinen humpelnd den kleinen Felsen.
Unten am Strand leckte er erst einmal seine Wunde, wie es ihm seine Mutter
einmal gezeigt hatte, und der Schmerz ließ auch gleich etwas nach.
"Hallo, Flecki-Langohr, wo bist du?", hörte er eine Stimme
rufen. Er drehte sich um und sah Sinta, seine kleine Freundin.
"He, sag mir bitte einmal, wo du dich die ganze Zeit herumtreibst?
Ich mache mir schon Sorgen", fauchte sie ihn etwas böse an.
"Was ist denn nur passiert?", fragte sie weiter, "oh weh,
du hast dich verletzt, deine Pfote blutet!"
"Ja, ja, aber das ist halb so schlimm", antwortete Flecki-Langohr
ein wenig genervt, "frage bitte jetzt nicht weiter, ich erzähle
dir alles morgen, ich möchte nur noch nach Hause gehen."
"Gut, dann lass uns gehen", sagte Sinta leicht beleidigt, "aber
morgen erzählst du mir alles, versprochen?"
"Versprochen", knurrte Flecki-Langohr und humpelte mit schmerzverzerrtem
Gesicht hinter ihr her. Ein für Flecki- Langohr außergewöhnlicher
Tag ging nun zu Ende - aber der nächste Morgen sollte nun alles an
den Tag bringen. ...
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